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Ursprung
Der Ursprung der Rasse geht auf den gemeinsamen Stammvater aller englischen Retrieverrassen, den „St. John’s Dog“ zurück. Dieser aus Neufundland stammende Hund
bestach durch seine leichte Führigkeit, seine ausgeprägte Nase, seinen Arbeitswillen und sein Durchhaltevermögen beim Nachstellen und Suchen von Wild. Diese Hunde holten in ihrer Heimat sogar unermüdlich Fische, die
aus den Netzen ins eiskalte Wasser zurücksprangen, und waren somit den Fischern als Helfer unentbehrlich. Von den englischen Jägern wurden die Eigenschaften dieser Hunde als sehr nützlich für die Jagd angesehen. So
entstand in der Mitte des 19. Jahrhunderts durch die Kreuzung des St. John’s Dogs mit Setter, Sheepdog und Waterspaniel der Flatcoated Retriever. Um die Jahrhundertwende war er der beliebteste Apportierhund in
England, besonders bei Berufsjägern.
Der Jagdhund
Retriever ist von dem englischen Wort „to retrieve“ abgeleitet und heißt soviel wie
zurückbringen, apportieren. Alle Retrieverrassen wurden zum Bringen von erlegtem Haar- und Federwild an Land und im Wasser gezüchtet. Sie sind also Spezialisten für
die Arbeit nach dem Schuss. Von jeher wurde deshalb bei der Zucht größter Wert auf bestimmte Eigenschaften gelegt: Für ihre Arbeit brauchten die Retriever einen
hervorragenden Geruchssinn, ein sehr gutes Gedächtnis sowie Ausdauer und eine robuste körperliche Konstitution.
Sie mussten das geschossene Wild nicht einfach nur bringen, sondern am Ende einer
Jagd die erlegten Tiere zuerst selbständig suchen und finden. Dabei durften sie weder vor eisigen Gewässern noch vor dichten Brombeerhecken oder ähnlichem
zurückschrecken. Darüber hinaus sollten sie aber ruhig und leichtführig sein.
Ein guter Retriever soll sich einerseits während eines Treibens die Fallorte der Stücke
selbstständig merken („Markieren“) und sie auf direktem Weg bringen. Andererseits soll er, wenn er den Fall der Stücke nicht wahrnehmen konnte, sie auf Weisung des Führers
(„Einweisen“) oder, in einem größeren Gebiet, in einer freien Suche („Verlorensuche“) suchen und finden.
Auf Grund ihrer ausgezeichneten Nase und des ruhigen, konzentrierten Arbeitsstils
werden Retriever auch häufig zu Nachsuchen auf Schalenwild (= Schweißarbeit) eingesetzt.
Alternative Ausbildung
Durch den bereits erwähnten Finderwillen wird der Flat auch gerne als Such- und
Spürhund für Sprengstoffe und Rauschgift eingesetzt. Sein hoher Spieltrieb, die Menschenfreundlichkeit, seine Nervenstärke ebenso wie die angeborene Neugier
machen seinen Einsatz auch in schwierigem Gelände möglich. Als Lawinen-, Rettungs-, Blinden-und Behindertenbegleithund leistet er ebenfalls gute Dienste. Hundesport in Form von Agility, Breitensport oder Flyball sind für den Flat als
Familienhund eine gern angenommen Alternative zur "ernsten" Arbeit und stellen ein breites Betätigungsfeld dar.
Die klassische Beschäftigung für einen "Familien-Flat" ist jedoch die Dummyarbeit. Hierbei liegt der Schwerpunkt auf dem Apportieren. Es wird ein Dummy benutzt, das ist
ein weiches Apportel, das ursprünglich aus England kommt.Dem Hund werden die unterschiedlichsten Apportieraufgaben unter den verschiedensten Geländebedingungen,
zu Lande und zu Wasser gestellt. Deren Lösung erfordert ein Höchstmaß an geistiger und körperlicher Fitness und ist genau das Richtige für den Flat.
Alle diese Möglichkeiten erfordern jedoch Zeit, Spaß am gemeinsamen Lernen mit dem
Hund und Eigeninitiative vom Flatbesitzer. Bietet man seinem Hund nichts von all dem oben genannten als sinnvolle Beschäftigung, wird er sich unter Umständen selbst einen
Ersatz suchen, und der wird nicht immer die Zustimmung seines Besitzers finden.
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